TSR-Duo bezwingt die Hansestadt: Sekundenkrimi und Premieren-Glück in Hamburg

Der Hamburger Haspa Marathon gilt als eine der stimmungsvollsten Laufveranstaltungen der Welt – und für zwei Athleten des TSR Olympia Wilhelmshaven wurde die 40. Auflage am vergangenen Sonntag zu einem unvergesslichen Kapitel ihrer Sportlerbiografie. Birte Kühnhold und Marcus Kröpelin vertraten die Farben ihres Vereins an der Elbe und zeigten dabei, dass ein Marathon weit mehr ist als nur 42,195 Kilometer Laufen: Es ist ein Kampf gegen die Uhr, den eigenen Körper und ein Triumph des Willens.

Obwohl sie mit unterschiedlichen Zielen an den Start gingen, einte beide das intensive Training in der Heimat. Während Kühnhold (AK W45) eine offene Rechnung aus dem Vorjahr begleichen wollte, war es für Kröpelin (AK M35) die Premiere auf der Langstrecke. Das Wetter spielte den Wilhelmshavenern dabei in die Karten: Was morgens bei kühlen 4 °C noch nach einer frostigen Angelegenheit aussah, entwickelte sich bis zum Zieleinlauf bei strahlendem Sonnenschein und 18 °C zu perfektem „Kaiserwetter“.

Für Birte Kühnhold wurde das Rennen zu einem mathematischen und mentalen Kraftakt. Ihr Ziel war klar definiert: Die 5-Stunden-Marke, an der sie im Vorjahr noch knapp gescheitert war, sollte fallen. Dass dieses Vorhaben gelang, verdankte sie einer eisernen Disziplin. Trotz aufkommender Magenprobleme ab Kilometer 30 verweigerte sie jede Gehpause. Angetrieben von ihrem Mann und Tochter Alma, die mit dem Rad an fünf verschiedenen Punkten der Strecke für lautstarke Unterstützung sorgten, mobilisierte sie auf dem roten Teppich vor den Messehallen die letzten Reserven. Das Ergebnis war eine Punktlandung, wie sie im Buche steht: Mit 4:59:57 Stunden unterbot sie ihre Schallmauer um exakt drei Sekunden. Nur wenige Kilometer entfernt erlebte Vereinskamerad Marcus Kröpelin die andere Seite der Marathon-Medaille. Inspiriert von der Atmosphäre des Vorjahres war er vom Zuschauer zum Akteur geworden. Bis Kilometer 30 lief für den Debütanten alles nach Plan, er lag sogar deutlich unter seinem 4-Stunden-Ziel. Doch dann forderten die fehlenden langen Trainingseinheiten jenseits der 30-Kilometer-Marke ihren Tribut. Die Beine wurden schwer, der sprichwörtliche „Mann mit dem Hammer“ grüßte in Ohlsdorf.

Marcus Kröpelin musste das Tempo drosseln und sich in einem Wechsel aus Laufen und Gehen ins Ziel kämpfen. Nach 4:12:32 Stunden erreichte er erschöpft, aber glücklich das Ziel. „Die Dankbarkeit, dass der Körper das durchgehalten hat, überwiegt den Frust über die Zeit“, resümierte er im Ziel. Trotz der unterschiedlichen Rennverläufe ziehen beide Athleten ein positives Fazit für den TSR Olympia Wilhelmshaven. Die Strapazen von Hamburg dienen nun als Fundament für die anstehende Triathlon-Saison. Für Birte Kühnhold richtet sich der Fokus nun auf den heimischen NordseeMan, während Marcus Kröpelin mit Starts beim NeuseenMan und dem Ironman 70.3 in Schweden bereits die nächsten sportlichen Highlights ins Visier nimmt. Eines haben beide aus Hamburg mitgenommen: Den Stolz, die Wilhelmshavener Farben bei einem der größten Sportfeste Deutschlands würdig vertreten zu haben.

Wettkampfregeln

Vorab Wichtig

Es gilt die Sportordnung der DTU. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass das Tragen und/oder Benutzen eines MP3-Players nicht gestattet ist und gem. Sportordnung der DTU zur Disqualifikation führen kann.

Die Wettkampfregeln der DTU findet Ihr hier: DTU-Sportordnung (SpO)

Anmeldung

Die Anmeldung sollte möglichst früh erfolgen, das erleichtert dem Veranstalter die Planung und auch als Athlet sollte man sich Anfang des Jahres eine Saisonplanung zurechtlegen, um sich effektiv vorbereiten zu können und genügend Freiraum zur Erholung zu haben. Staffeln sollten daran denken, dass ein „Mannschaftsführer bestimmt wird, der sich um Melden, Bezahlen etc. kümmert.

Rad CheckIn, Helm etc.

Beim CheckIn wird von den Kampfrichtern der ordnungsgemäße Zustand von Rad (Bremsen und ggf. Auflieger) und Helm (Prüfnormaufkleber nicht raus kratzen) geprüft, oft muss auch der Chip bzw. die Startnummer zur Identifizierung vorgezeigt werden – also besser gleich dabei haben!

Rad ChekIn-Zeiten sind zwingend einzuhalten, zu spätes Einchecken hat eine Verwarnung (gelbe Karte oder Zeitaufschlag) zur Folge und kann sogar zur Disqualifikation führen! Die CheckIn-Zeiten helfen dem Veranstalter bei der vernünftigen und sicheren Abwicklung der Wettkämpfe.

Wasserstart, Landstart

Beim Wasserstart sollte man sich seinem Leistungsvermögen entsprechend aufstellen (langsamere Schwimmer nach hinten und an die Seiten) und darauf achten, dass man nicht zu viel Energie im Vorfeld vergeudet (nicht zu früh ins Wasser, besser irgendwo festhalten statt auf der Stelle schwimmen)

Beim Landstart gilt für die Aufstellung ähnliches, hier sollte man zusätzlich versuchen, möglichst „energiearm“ ins schwimmtiefe Wasser zu gelangen. Es gibt verschiedenen Arten, sich im knietiefen Wasser zu bewegen – von Laufen bis Delfinsprünge ist alles möglich. Jeder muss selbst vorher testen, was ihm an besten gelingt.

Zeitnahme, wie, wann, wo

Es gibt unterschiedliche Systeme von der Handstoppung bis zur Chiperfassung – je nach Wettkampfgröße und -budget.

Chips werden meist mit Neoprenklettband am Knöchel befestigt und über Matten beim Drüber laufen erfasst, es gibt auch Versionen, die um das Handgelenk gebunden werden und über Erfassungsgeräte geführt werden müssen. Wie das eingesetzte System funktioniert und wo sich die Zeitnahmen befinden wird immer bei der Wettkampfbesprechung erklärt.

Wann aufs Rad, wann runter

Das Rad darf erst aus dem Radständer genommen werden, wenn der Helm geschlossen ist. Dann wird geschoben bis zur Aufsteigemarkierung, erst hier darf man auf das Rad steigen (wer nicht blitzschnell aufspringen kann, sollte rechts an den Rand gehen um nachfolgende Athleten nicht zu behindern), fürs Absteigen gilt dasselbe: vor dem Balken oder Strich Absteigen, Helm erst öffnen, wenn das Rad abgestellt ist.
Der Staffelradfahrer steht mit seinem Rad in der Hand, bei Übergabe läuft er zur Aufsteigemarkierung und es gilt für ihn dasselbe wie für den Solo-Athleten.

Startnummern wohin damit (Helm, Startnummernband, Rad)

Die Startnummer darf nicht  beim Schwimmen unter dem Neo getragen werden. Sie liegt also am Startnummernband in der Wechselzone und wird beim Radfahren auf dem Rücken, beim Laufen vor dem Bauch getragen.

Die Startnummernaufkleber müssen auf dem Helm links, rechts und vorne aufgeklebt werden. Der große Aufkleber wird an die Sattelstütze befestigt.

Für Staffeln gilt, eine der Startnummern trägt der Radler auf dem Rücken, die andere der Läufer vor dem Bauch. Wenn es nur eine Startnummer gibt, arbeitet man auch hier am einfachsten mit einem Startnummernband und übergibt dann die Nummer vom Radler zum Läufer.

Wechselzone

Die Wechselzone ist nur für Athleten, Betreuer und Freunde haben keinen Zutritt. Manchmal sind die Radständer nicht nummeriert, dann darf man sich einen Platz suchen. Man sollte möglichst wenig Dinge mit in die Wechselzone nehmen – vorher gut überlegen, was wirklich benötigt wird. Meist genügt Fahrrad – Helm – Startnummer – Radschuhe – Radbrille – Laufschuhe. Bei längeren Distanzen ggf. Socken zum Laufen, Visor, eigene Verpflegung.

Staffelradfahrer haben oft einen eigenen Wechselzonenbereich. Dort stehen sie dann mit dem Fahrrad und warten auf den Schwimmer. Der Läufer steht später auch dort und startet nach Ankunft des Radfahrers. Meist erklärt der Veranstalter die genauen Abläufe in der Wettkampfbesprechung.

Der Helm muss auf dem Kopf geschlossen sein bevor das Rad in die Hand genommen wird und so lange geschlossen bleiben, bis das Rad abgestellt ist. Je nach geltender Windschattenregel gibt es unterschiedliche Vorgaben zu beachten, die bei der Wettkampfbesprechung erklärt werden.

Chipübergabe als Staffelholz

Oft dient der Chip als Staffelholz, der Schwimmer muss ihn im Wasser tragen, beim Wechsel an den Radfahrer übergeben und zum Schluss nimmt ihn der Läufer in Empfang. Durch den Klettverschluss ist eine schnelle Übergabe möglich. Der Chip wird am Fußgelenk getragen.

Schiedsrichter

Usere Schiedrichter sind mit Warnwesten gekennzeichnet und haben immer recht ;-) – ihren Anweisungen ist Folge zu leisten, sonst werden Verwarnung oder Disqualifikation ausgesprochen.

Wann aufs Rad, wann runter

Unsere Regeln werden auf der Wettkampfbesprechung meist noch mal kurz angesprochen. Das wichtigste ist: keine fremde Hilfe, keine Begleitung und Fairness gegenüber den Sportkollegen. Rad CheckOut etc.

Gegen Vorlage der Startnummer oder Chipabgabe kann man nach dem Wettkampf das Rad und alle anderen Dinge aus der Wechselzone holen – je besser die Kontrolle, desto länger die Schlangen… Aber dafür hat man selber auch die Gewissheit, dass das eigene Equipment gut verwahrt wurde.

Noch Fragen ?!?
Dann fragt andere SportlerInnen, die schon mal einen Wettkampf gemacht haben oder die Organisatoren vor Ort bzw. die Bereichsleiter, die Ihr bei unserem Wettkampf an den roten Polo-Shirts oder den roten Leibchen erkennen könnt.